Chronik 2018-04-12T07:45:17+00:00

CHRONIK

Berghaus Loderhart

1950

Auf Empfehlung und Vorarbeiten der NF-Deggendorf erwirbt der Landesverband Bayern im März 1950 das Berghaus Loderhart.
Mitte Mai ziehen der bekannte Alpinist und Hobbyfotograf Jean Spindler und seine Frau Lotte als Hüttenwirte auf der Loderhart ein.

  • 1950: Der Touristenverein „Die Naturfreunde“ Landesverband Bayern (Sitz Nürnberg) erwirbt das Haus „Grafling Hs.Nr. 36 in Loderhart“ von den Schwestern Emilie Lang und Hildegard Karpfinger (geb. Edelmann) für 4000,- DM
  • Wohnhaus mit Stall, Stadel, Backofen, und Hofraum (5a, 80qm) und Wiese (35a, 77qm)
  • Geplante Nutzung als Touristenheim

Die Wegemarkierungen zur Loderhart werden fertiggestellt:

1. Weg –> von Deggendorf über Ulrichsberg und Rohrmünz
2. Weg –> von Gotteszell über Grub und Engelburgsried
3. Weg –> von Grafling über Dießenbach

Im Juli weiht Pater Berthold aus Metten die kleine Marienkapelle beim Haus. Die Gotteszeller Musikkapelle „Schwarzbauer“ spielt hierzu zünftig auf.

1952

„Steile Felswände – stille Waldwinkel“ heißt der Lichtbildervortrag, den Jean Spindler zum Abschied als Hüttenwart der Loderhart hält. Anfang August verlassen er und seine Frau Lotte Deggendorf.

Bei der Sonnwendfeier im Juni stellt Josef Münch, der Vorstand der Ortsgruppe Ruhmannsfelden, den neuen Hüttenwart Tremml aus Gotteszell vor.

1953

Die Naturfreunde der Ortsgruppe Ruhmannsfelden haben auf dem Kreuzfelsen ein Bergkreuz errichtet. An der feierlichen Weihe Ende Juni nehmen auch wir, die Deggendorfer Naturfreunde, teil.

1958

Auf Einladung der Ruhmannsfeldener Naturfreunde nimmt unsere Ortsgruppe an der Einweihung der neuen Marienkapelle am Waldrand oberhalb des Berghauses teil.

Die kirchliche Weihe vollzieht H. H. Franz Seraph Reicheneder aus Ruhmannsfelden. Die Feier wird mitgestaltet vom Ruhmannsfeldener Männerchor und der Zither von Kajetan Kandler aus Deggendorf.

1959 - 1965

Loderhart-Umbau/Aufstockung 1959

Urkundeneinträge

  • 1958: Wohn- und Gasthaus, Gasthaus Anbau, Holzschupfen, 3 gewerbliche Gastzimmer, 3 gewerbliche Schlafräume
  • 1959: 20.000,- DM Grundschuld auf (jetzt umbenannt) „Grafling Hs.Nr. 158 Datting“
  • 1962: zusätzlich 15.000,- DM Grundschuld
  • 1967: ausstehende Verbindlichkeiten 21.000,- DM

Februar 1961:

Die Loderhart hat durch eine eigene elektrische Anlage (betrieben mit Diesel) in allen Räumen Licht!

Januar 1962:

Die Loderhart wird verpachtet an das Ehepaar Griebel und ist damit wieder voll bewirtschaftet.

Zwischenzeitlich ist das Haus umgebaut, erweitert und aufgestockt worden.

1966/ 1967

Die Loderhart wird der Naturfreunde-Ortsgruppe Deggendorf vom
Naturfreunde-Landesverband Bayern unentgeltlich (aber mit 21.000,- DM ausstehenden Verbindlichkeiten) überlassen.

Die Hausverwaltung wird in die Hände von Georg Tröster und Norbert Piegrzik gelegt.

Zu dieser Zeit besteht noch die Zufahrtsmöglichkeit von der Wegmacherkurve über den Hubertusbrunnen.
Im Jahr 1967 wird aber auch der Straßenbau von Engelburgsried her in Angriff genommen.

Foto von 1964:

In diesem Zustand wird die Loderhart drei Jahre später von der Ortsgruppe Deggendorf übernommen.

 

1968-1970

Durch die Übernahme der Loderhart entsteht für die OG-Deggendorf eine äußerst schwierige Situation. Darlehensschulden und laufende Kosten belasten stark.

Gute Kameradschaft und Einsatzwille der Mitglieder, Unterstützung durch den bay. Staat, den Landkreis und die Stadt Deggendorf, sowie Geduld und Entgegenkommen Deggendorfer Geschäftsleute, verhindert ein wirtschaftliches Fiasko. Allen „Beteiligten“ gebührt heute noch unser Dank!

Probleme ergeben sich auch mit den Pächtern. Eine Pächterfamilie nimmt sogar bei Nacht und Nebel Reißaus.

Während das allgemeine Vereinsleben stagniert, entwickelt sich eine äußerst lebendige Jugendgruppe unter der Leitung von Werner Ulbrich und Monika Volkmer mit tatkräftiger Unterstützung von Franz Sigl. Die Jugend wirkt mit ca. 300 Arbeitsstunden auch auf der Loderhart mit.

Die neue Zufahrtsstraße von Engelburgsried bis zum Berghaus Loderhart ist fertiggestellt.

1971

Bei der Jahreshauptversammlung im Oktober berichtet Georg Tröster über die günstige Entwicklung „seines“ Berghauses Loderhart und hebt hervor, dass nur die Aktivität der Jugend es ermöglicht hat, dass das Haus an den Wochenenden betreut werden konnte.

Gerhard Kufner wird 1. Hausreferent.

Seit Juni 1971 ist die Loderhart auch eine Selbstversorgerunterkunft. Sie ist den ganzen Sommer und Herbst hindurch voll belegt.

1972

Im Januar 1972 verstirbt nach kurzer Krankheit im Alter von 64 Jahren Georg Tröster. Die OG verliert mit ihm mehr als nur ein Mitglied. Er hat sich mit

seinem unermüdlichen Einsatz um die Belange der Loderhart unschätzbare Verdienste erworben und als Freund und Gönner die Jugend zu begeistern gewusst.

Georg Tröster † 1972

1973

Im Mai 1973 kommt Monika Volkmer bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Kurz zuvor – im April – hat sie eine Kindergruppe gegründet. Ein Totenbrett erinnert an sie und ihre äußerst engagierte Mitarbeit im Verein und auf der Loderhart.

1974

Im Januar 1974 erleidet unser Mitglied Norbert Piegrzik im Alter von 41 Jahren einen tödlichen Arbeitsunfall. Norbert war einer der Aktivsten beim Ausbau der Loderhart.

Piegrzik (rechts) † 1974

1975

Es fällt der Entschluss: Das Berghaus Loderhart soll umgebaut werden!

  • Bisherige Küche wird in Aufenthaltsraum umgebaut
  • Bisheriger ungenutzter Skiabstellraum / Waschraum/ Durchgang wird zu großer Küche mit Selbstversorger-Küchenteil umgebaut
  • Fußböden im Erdgeschoss werden auf gleiche Höhe gebracht (Aushub von 40cbm mit Steinen durchsetzten Bodens)
  • Kellerabgang (Falltüre) wird verlegt, neue Treppe und normale Türe

Bild: Das Dach muss verlängert werden und wird mit dem Dach des Nebengebäudes verbunden

1976

Es bildet sich eine Interessengemeinschaft für die Anschaffung eines Loipengeräts.
Das Berghaus Loderhart wird nun auch in den Wintermonaten bewirtschaftet.

1977

Für die Loderhart-Kapelle wird eine Marienglocke angeschafft und am 14. Mai bei einer Maiandacht geweiht.

1978/ 1979

1978: Endlich ist es soweit. Seit Januar ist das Loipengerät im Einsatz.

1979: Eine weitere Loipe kommt hinzu –> Die „Loipe 7“ zur Loderhart und weiter nach Engelburgsried wird gespurt.

1982

Kufner Gerhard tritt als Hausreferent zurück, will aber seinen Nachfolger Helmuth Aichinger nach besten Kräften unterstützen.

Die Auseinandersetzung mit Herrn Münch ist endlich beendet: Sein Häuschen (Rohbau) auf unserem Grund wird abgerissen.

1983

Helmuth Aichinger tritt als Hausreferent zurück und Gerhard Kufner wird wieder 1. Hausreferent.

1986

Auf dem Kreuzfelsen wird ein neues Bergkreuz aufgestellt.

1989/ 1990

Die Kapelle auf der Loderhart wird saniert, man müsste eigentlich von einem Neubau sprechen. Insgesamt 555 unentgeltliche Arbeitsstunden werden geleistet.

Im Juni 1990 wird die „neue“ Kapelle auf der Loderhart von H. H. Ramoser aus Grafling geweiht.

 

1991

Die Auflagen für die Bewirtschaftung des Berghaus Loderhart werden immer höher. Eine Entsäuerungsanlage wird gebaut und im Nov. 1991 in Betrieb genommen.

1992

Das Berghaus Loderhart befindet sich 25 Jahre im Eigentum und in der Obhut der Deggendorfer Naturfreunde.

1994

Auf der Loderhart findet im November das 1. Schafkopfturnier statt.

1996

Endlich „Nachwuchs“ bei den Hausdienstlern!! Seit heuer gibt es auch eine Hausdienstgruppe, die aus Jugendlichen besteht.

Die Hausdienstler unternehmen, anlässlich des 25-jährigen Hausdienstjubiläums, einen 21⁄2 Tages-Ausflug nach Leifers bei Bozen/Südtirol.

1998

Schon wieder einmal wird auf der Loderhart umgebaut. Um mehr Platz vor der Küchendurchreiche zu gewinnen, versetzen wir den Kachelofen und richten eine Kuchentheke ein.

2001

Bau einer biologischen Kläranlage auf der Loderhart. Ca. 500 Arbeitsstunden waren nötig.

Der Loderhart-Parkplatz wird 200m näher zum Haus verlegt.

2003

Hausdienstausflug nach Wien (3Tage).

2005

Ca. 250m2 Grund mit Baumbestand wurden auf der Loderhart dazugekauft u. am 11. März 2005 notariell bestätigt.

2006

Schneechaos in Niederbayern!

Das Dach des Berghaus Loderhart musste mehrmals abgeschaufelt werden.

9. Februar – Loderhart nicht erreichbar! Räumaktion abgesagt!
11./12. Februar – Loderhart wegen Schneechaos geschlossen!

2007

Dachsanierung mit Wärmedämmung auf der Loderhart!

Unsere Mitarbeiter leisten über 600 ehrenamtliche Arbeitsstunden!

2008

Renovierung – 2. Bauabschnitt 2008 auf der Loderhart:
Sanierung und Wärmedämmung von – Terrassendecke, Außenwände Toiletten, Heizungsraum, 1. Stock und 2. Stock.

Unsere rund 30 freiwilligen Helfer leisteten über 1000 ehrenamtliche Arbeitsstunden.

2010

Loipenverbreiterung:
Kurz vor Wintereinbruch ist es noch gelungen, das Zwischenstück vom Hubertus- Forstweg zur Loderhart zu verbreitern. Somit kann jetzt durchgehend geskatet werden.

Im Jahr 2010 wurde der 3. Bauabschnitt am Berghaus Loderhart vollendet.

  • Im Erdgeschoss wurden neue Lärchenfenster mit 3-fach Verglasung eingebaut
  • Der 30 Jahr alte Heizkessel wurde Ende Oktober erneuert.

16 Vereinsmitglieder im Einsatz mit insgesamt 350 geleisteten Arbeitsstunden.

Die Vorstandschaft bedankt sich nochmals bei allen, die bei den Baumaßnahmen 2007, 2008 und 2010 unentgeltlich mitgeholfen haben. Allein für diese 3 Bauabschnitte wurden ca. 2.100 Stunden an Eigenleistung eingebracht. Diese Leistungen sind für den Verein sehr wichtig und unbezahlbar.

Bild: Die Loderhart und ihr „neues Gesicht“

2012

Besonders hervorheben möchten wir den Einsatz und Idealismus von Gerhard Kufner der im Frühjahr 2012 verstarb. Gerhard war in seiner Tätigkeit als Hausreferent über 2 Jahrzehnte maßgebend für viele Sanierungsarbeiten und 35 Jahre aktiv im Hausdienst tätig.

2012: Renovierung der Gasträume auf der Loderhart:
Ende Okt. – Mitte Nov. –> Neue Böden wurden verlegt und die Inneneinrichtung komplett erneuert.

2015-2017

Brandschutzmaßnahmen auf der Loderhart

Eigentlich sollte ein neuer Anbau an die Garage geschaffen werden, um die Bierzeltgarnituren nicht immer in den 1. Stock schaffen zu müssen.

Das brachte eine Lawine zum Rollen!

Bei der Einreichung des Bauplans wurde seitens des Landratsamtes festgestellt, dass die Loderhart kontrolliert werden muss, ob die Brandschutzbestimmungen ausreichend sind.
Bei einem Ortstermin im Winter 2015, wurde festgestellt, dass erhebliche Umbaumaßnahmen erforderlich sind, damit die Loderhart den derzeit gültigen Brandschutzverordnungen gerecht wird. Daraufhin wurde einen Gutachter mit dem Ausarbeiten des Brandschutzkonzepts beauftragt.
Der Anbau wurde „fallen gelassen“.

2016 wurde ein neuer Bauplan mit allen erforderlichen Umbaumaßnahmen erstellt und genehmigt:

  • Errichten von 2 Gauben (1x Dachgeschoss + 1x als 2. Rettungsweg auf der Terrasse)
  • Metallsteg als 2. Rettungsweg von der Terrasse.
  • Anbringen von 4 Außenleitern als 2. Fluchtweg.
  • Einbau einer Rauchschutztür im Erdgeschoss u. 1. Stock, mit automatischem Schließer
  • Einbau einer Rigipswand im 1. Stock.
  • Ersetzen der hölzernen Wandverkleidung durch eine feuerhemmende Wandverkleidung
  • Ersetzen der Türen im 2. Stock.
  • Austausch aller Rauchmelder in Funkvernetzte Rauchmelder
  • Anbringen von Rettungswegleuchten und Fluchtplänen
  • Blitzschutzertüchtigung

Diese Arbeiten, und noch einige mehr, wurden 2016 durchgeführt.

2017 wurden die Restarbeiten und der „Papierkram“ erledigt um die endgültige Freigabe vom Landratsamt zu erhalten, was Anfang September 2017 erfolgte.